Ensemble Amabile

Das Ensemble Amabile wurde 1994 als Instrumentalgruppe der evangelischen Kirchengemeinde Hörnum-Rantum auf Sylt gegründet. In wechselnden Formationen musizierte das Trio erfolgreich in Konzerten und kirchlichen Veranstaltungen. Das Wort „amabile“ kommt aus dem Italienischen und bedeutet so viel wie „liebenswürdig“ oder „lieblich“.

Das Ensemble Amabile widmet sich schwerpunktmäßig vor allem dem Repertoire der barocken Trio- und Duo-Sonaten aus Deutschland, Frankreich, Italien und England. Komponisten wie Vivaldi, Händel oder Purcell stehen dabei für meist eingängige, konzertante Musik.

Der Oboist Artashes Adamyan studierte an der Musikhochschule in Jerewan (Armenien) und ist seit 2009 Mitglied des Ensembles. Christina Glede musiziert auf Blockflöten verschiedener Art (Sopranino, Sopran, Alt). Jürgen Borstelmann, Absolvent der Musikhochschule Lübeck, wirkt seit 1981 als Organist auf seiner Heimatinsel in der Kirchengemeinde Hörnum-Rantum.

 

Rezension:

Südländische Lebensfreude, elegische Klänge

Rantum Das Sylter Konzertpublikum, das den Weg in die südlichen Inselgemeinden nicht scheut, weiß, dass es von Jürgen Borstelmann immer wieder aufs Neue eine ganz besondere und auserlesene musikalische Kost serviert bekommt. So brachte der Kirchenmusiker für Rantum und Hörnum am Donnerstagabend unter dem Titel "Zauber des Barock" in der Kirche St. Peter einer überschaubaren Besucherschar Kompositionen aus dem 17./18. Jahrhundert zu Gehör - gemeinsam mit Christina Glede (Blockflöten) und Oboist Artashes Adamyan. Alle drei Musiker haben sich zum seit 1994 bestehenden "Ensemble Amabile" zusammen geschlossen.

In ihrer Begrüßung wies Pastorin Gruenagel auf den Ausklang der Konzertsaison hin und ließ bei manchem Besucher bereits die Struktur der Programmfolge erahnen. So bei den Variationen über das Lied "Ach du feiner Reiter" von Samuel Scheidt, das mit seiner beschwingt-heiteren melodienfoilge Anklänge an den sich verabschiedenden Sommer assoziert haben mag. 

Von dort spannte sich ein musikalischer Bogen bis hin zum Ausklang des Konzertes: Giuseppe Sammartinis Sonata F-dur. Sie ist zwar durchdrungen von südländischer Lebensfreude - begleitet wird sie jedoch auch von melancholischen Passagen, die an den Herbst gemahnen.

Jeder der drei Musiker kam mit seinem Instrument besonders zur Geltung. Während Jürgen Borstelmann - bei sämtlichen Beiträgen an der Orgel agierend - vor allem bei der Passacaglia d-moll von Christian Friedrich Witt brillierte und Artashes Adamyan bei Francesco Gemianis Sonata e-moll deutlich sein Können zeigte, setzte Christina Glede mit dem teils elegischen Klang ihrer Flöte bei Georg Friedrich Händels Sonata g-moll einen ganz besonderen musikalischen Akzent. Ein Konzertabend in Rantum - von ganz besonderer Güte: sowohl bezüglich der interpreten als auch der ausgewählten musikalischen Beitrge. Er fand seinen verdienten Ausklang durch kräftigen, lange anhaltenden Applaus.  (Klaus Lorkowski, aus "Sylter Nachrichten" vom 17.9.2016)